Serielle Sanierung 2026: 5-%-Bonus künftig auch für Effizienzhaus 70 EE
Zuletzt aktualisiert am · Diyako Fatah, Energieeffizienz-Experte
Für seriell sanierte Wohngebäude soll künftig auch beim Standard Effizienzhaus 70 EE ein zusätzlicher Tilgungszuschuss von fünf Prozentpunkten möglich sein. Bei einem vollständig ausgeschöpften KfW-Förderkredit von 150.000 Euro je Wohneinheit entspricht das rechnerisch bis zu 7.500 Euro weniger Rückzahlung je Wohneinheit. Die Beantragung ist nach aktuellem KfW-Stand noch nicht möglich, sondern voraussichtlich erst ab Ende September 2026.
7.500 € möglicher Tilgungszuschuss je Wohneinheit.
Rechnerischer Höchstwert bei 150.000 Euro Förderkredit und fünf Prozent SerSan-Bonus. Der neue EH-70-EE-Bonus ist noch nicht beantragbar.
Förderstatus: Die KfW nennt Ende September 2026 als voraussichtlichen Start. Verbindlich sind erst die dann veröffentlichten Produktbedingungen.
Welche Effizienzhaus-Stufe erhält welchen Bonus?
| Sanierungsziel | Bonus für serielles Sanieren |
|---|---|
| Effizienzhaus 40 oder 55 | derzeit 15 Prozentpunkte |
| Effizienzhaus 70 EE | künftig 5 Prozentpunkte |
| EH 70 EE ohne serielles Verfahren | kein SerSan-Bonus |
8 Wohnungen → 60.000 € möglicher Tilgungszuschuss.
Vorausgesetzt, die förderfähigen Kosten reichen zur vollständigen Ausschöpfung aus und sämtliche technischen sowie formalen Bedingungen werden erfüllt.
- 8 WE × 150.000 €1.200.000 €
- 5 % SerSan-Bonus60.000 €
- rechnerisch zurückzuzahlen1.140.000 €
Fünf Fragen vor Planung und Ausschreibung.
- 01EH 70 EE erreichbar?Gebäude energetisch bilanzieren und Maßnahmen abstimmen.
- 02Fassade geeignet?Geometrie und Montageflächen für vorgefertigte Elemente prüfen.
- 0380-%-Anteil möglich?Relevante Fassadenfläche und seriellen Anteil nachvollziehbar ermitteln.
- 04Bauphysik gelöst?Wärmebrücken, Luftdichtheit, Lüftung und Feuchteschutz koordinieren.
- 05Wirtschaftlich?Fördervorteil und Mehrkosten des seriellen Verfahrens vergleichen.
Von der Förderankündigung zur belastbaren Sanierungsplanung.
Was ändert sich bei der seriellen Sanierung?
Der Bonus für serielles Sanieren war bislang auf Sanierungen zu den Effizienzhaus-Stufen 40 und 55 beschränkt. Künftig soll er auf Effizienzhaus 70 EE erweitert werden: Für EH 40 oder 55 gelten derzeit 15 Prozentpunkte, für EH 70 EE sollen künftig fünf Prozentpunkte möglich sein. Eine reguläre Sanierung auf EH 70 EE ohne serielles Verfahren erhält keinen SerSan-Bonus. Für Wohngebäude beträgt der mögliche KfW-Förderkredit seit dem 21. Juli 2026 einheitlich bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit. Der Tilgungszuschuss reduziert nach erfolgreichem Abschluss den zurückzuzahlenden Darlehensbetrag.
Was bedeutet serielle Sanierung?
Eine serielle Sanierung ist nicht einfach eine gewöhnliche Fassadendämmung. Wesentliche Bauteile werden auf Grundlage eines digitalen Gebäudeaufmaßes industriell vorgefertigt und anschließend am Gebäude montiert. Zu den derzeit genannten Anforderungen gehören vorgefertigte Tragkonstruktionen für Dämm- und Witterungsebene, ein digitales 3-D-Aufmaß, die serielle Sanierung von mindestens 80 Prozent der maßgeblichen Fassadenfläche und die Montage ohne Veränderung von Größe und Form. Enthalten die Elemente Fenster, müssen Fenster oder Fensterrahmen werkseitig integriert sein.
Rechenbeispiel: Was bringt der Bonus bei acht Wohnungen?
Bei acht Wohneinheiten ergeben 150.000 Euro Förderkredit je Wohnung insgesamt bis zu 1.200.000 Euro Kreditvolumen. Fünf Prozent davon entsprechen rechnerisch 60.000 Euro Tilgungszuschuss. Ohne Zinsen, weitere Zuschüsse und individuelle Finanzierungsbedingungen wären damit 1.140.000 Euro zurückzuzahlen. Ob der Höchstbetrag tatsächlich genutzt werden kann, hängt von den förderfähigen Kosten, der bestätigten Effizienzhaus-Stufe und den zum Antragszeitpunkt geltenden Bedingungen ab.
Für welche Eigentümer ist die Änderung relevant?
Die Erweiterung kann besonders für Eigentümer größerer Mehrfamilienhäuser, Wohnungseigentümergemeinschaften, Wohnungsunternehmen, Genossenschaften und Bestandshalter mit mehreren baugleichen oder ähnlichen Gebäuden interessant sein. Sie kann außerdem eine Option sein, wenn Effizienzhaus 55 technisch oder wirtschaftlich unverhältnismäßig wäre. Der Bonus allein macht das Verfahren jedoch nicht automatisch wirtschaftlich: Fassadengeometrie, Vorfertigungsgrad, Baustellenlogistik, erreichbare Effizienzhaus-Stufe und Gesamtkosten bleiben entscheidend.
Warum ist eine technische Vorprüfung entscheidend?
Vor einer Ausschreibung muss geklärt werden, ob Effizienzhaus 70 EE am vorhandenen Gebäude erreichbar ist, ob sich die Fassade für großformatige Elemente eignet und ob mindestens 80 Prozent der relevanten Fassadenfläche seriell saniert werden können. Wärmebrücken, Lüftung, Feuchteschutz und Anlagentechnik müssen zusammenpassen. Außerdem ist zu prüfen, ob der Fördervorteil mögliche Mehrkosten des seriellen Verfahrens übersteigt. Die Effizienzhaus-Berechnung und die Bestätigung zum Antrag müssen durch einen zugelassenen Energieeffizienz-Experten erfolgen.
Welche Reihenfolge gilt beim Förderantrag?
Finanzierung und Förderung müssen grundsätzlich vor Beginn der Bauarbeiten geklärt werden. Zum Antrag beim Finanzierungspartner wird eine Bestätigung zum Antrag benötigt. Wer zuvor Liefer- oder Leistungsverträge abschließt, muss die von der KfW vorgesehenen Bedingungen und Verfahrenswege einhalten. Ein unbedingter Auftrag zum falschen Zeitpunkt kann die Förderfähigkeit gefährden. Da der neue EH-70-EE-Bonus noch nicht beantragt werden kann, sollten Eigentümer die endgültigen Produktbedingungen und den tatsächlichen Förderstart abwarten.
Fazit: Was sollten Eigentümer jetzt tun?
Der angekündigte Bonus erweitert die serielle Förderung auf ein realistischeres Sanierungsniveau. Bei Effizienzhaus 70 EE können rechnerisch bis zu 7.500 Euro Tilgungszuschuss je Wohneinheit hinzukommen. Vor einer Entscheidung sollten Gebäude, serielle Eignung, erreichbare Effizienzhaus-Stufe und Gesamtkosten fachlich geprüft werden. Der genannte Start Ende September 2026 ist bislang voraussichtlich und noch kein verbindlicher Förderbeginn.
Serielle Eignung und Effizienzhaus-Ziel zuerst prüfen.
Der angekündigte Bonus ist nur ein Baustein. Entscheidend sind Gebäudegeometrie, serieller Flächenanteil, bauphysikalische Details, erreichbare Effizienzhaus-Stufe und Gesamtkosten. Diese Punkte sollten vor Ausschreibung und Antrag gemeinsam bewertet werden.
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