Lüftungskonzept und Lüftungsanlage: Ablauf und Wirkung
Je dichter Fenster und Gebäudehülle werden, desto weniger Luft wird unkontrolliert ausgetauscht. Ein Lüftungskonzept prüft, wie der Feuchteschutz nutzerunabhängig sichergestellt werden kann und ob freie Lüftung ausreicht oder technische Unterstützung sinnvoll ist.
Der Unterschied: Ohne abgestimmte Detailplanung kann Lüftung & Luftdichtheit neue Wärmebrücken, Feuchterisiken oder doppelte Arbeiten erzeugen. Mit klaren Anschlüssen wird aus der Einzelmaßnahme ein sinnvoller Teil der Gesamtsanierung.
Lüftung & Luftdichtheit wirkt nur so gut wie ihre Anschlüsse und Wechselwirkungen.
Planung vor der Vergabe klärt Aufbau, kritische Details, Förderweg und die Verbindung zu späteren Maßnahmen.
Der riskante Weg: Bauteil isoliert beauftragen
- Dichtere Fenster einbauen und den notwendigen Luftwechsel nicht prüfen
- Geräte nur nach Nennleistung statt nach Schall und tatsächlichem Volumenstrom auswählen
- Überströmwege zwischen Räumen vergessen
Die sichere Lösung: Wirkung und Details gemeinsam planen
- Feuchte kontrollieren: Ein definierter Mindestluftwechsel hilft, nutzungsbedingte Feuchtigkeit abzuführen und kritische Oberflächen zu entlasten.
- Luftwechsel planen: Statt zufälliger Fugenlüftung wird festgelegt, wie Außenluft in Wohn- und Schlafräume gelangt und in Feuchträumen abgeführt wird.
- Wärme zurückgewinnen: Geeignete zentrale oder dezentrale Anlagen können einen Teil der Wärme aus der Abluft auf die Zuluft übertragen.
Besonders sinnvoll: Bei umfangreichem Fenstertausch, deutlicher Verbesserung der Luftdichtheit, Feuchteproblemen, hoher Belegung oder wenn eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung vorgesehen ist.
Frische Luft wird planbar statt zufällig.
- 01 · Bestandunkontrollierter Luftwechsel
- 02 · KonzeptZu-, Über- und Abluft ordnen
- 03 · WirkungFeuchteschutz und Luftqualität
Von der Idee zur sauberen Ausführung.
Die genaue Planung hängt vom Bestand ab. Diese fünf Schritte zeigen, welche Entscheidungen vor der Baustelle fallen sollten.
- 01
Gebäude und Nutzung erfassen
Wohnfläche, Räume, Belegung, Fenster, Feuchtequellen, Außenlärm und geplante Sanierungsmaßnahmen werden aufgenommen.
- 02
Lüftungsbedarf prüfen
Es wird bewertet, welcher Luftwechsel für Feuchteschutz und Nutzung erforderlich ist und welche freie Lüftung vorhanden bleibt.
- 03
Lösung auswählen
Fensterlüftung, Außenluftdurchlässe, Abluftsysteme sowie dezentrale oder zentrale Anlagen werden nach Bedarf verglichen.
- 04
Luftwege und Details planen
Zuluft, Überströmung, Abluft, Leitungsführung, Schall, Filter, Kondensat und Wartungszugang werden festgelegt.
- 05
Einregulieren und dokumentieren
Volumenströme und Betriebsstufen werden eingestellt, gemessen und für Nutzer verständlich dokumentiert.
Diese Maßnahme steht nie allein.
Fenstertausch, Fassaden- und Dachdämmung, Luftdichtheitskonzept, Wärmebrücken und Nutzerverhalten bestimmen gemeinsam den Lüftungsbedarf. Eine Anlage sollte deshalb nicht isoliert nach Raumanzahl ausgewählt werden.
Lüftungstechnik kann unter bestimmten Voraussetzungen als Anlagentechnik förderfähig sein. System, technische Anforderungen, Einbindung einer Energieeffizienz-Expertin beziehungsweise eines Experten und Antragsschritte sind vor Beauftragung zu prüfen.
Förderpotenzial berechnen